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DRK schafft neues Angebot für Menschen mit Behinderung in Uslar

Überraschung eines unbekannten Uslarers - unglaublich schönes Zeichen der Mitmenschlichkeit in Uslar

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat in Uslar mit seinem Familienentlastenden Dienst (FeD) einen Gruppentreff für Menschen mit Behinderungen gestartet. Gleich zu Beginn gab es ein berührendes Erlebnis, als die Gruppe aus acht jungen Menschen mit Behinderung und drei Betreuerinnen in Uslar eine Eisdiele besuchte. Ein Mann, der lange Zeit in der Eisdiele in Uslars Innenstadt am Nebentisch der Gruppe saß, hat zur Überraschung aller die Rechnung in Höhe von rund 60 Euro übernommen. „Als wir bezahlen wollten, stellten wir fest, dass schon für uns bezahlt worden war. Leider war der Mann bereits fort, als wir das mitbekamen, daher sagen wir auf diesem Weg öffentlich ganz, ganz herzlich Danke“, so Anke Fürsten, die beim DRK Göttingen-Northeim den FeD leitet. Der gesamten Gruppe sei dieses Erlebnis sehr zu Herzen gegangen und habe alle sehr positiv bewegt. „Solche Zeichen der Mitmenschlichkeit sind unglaublich schön“, sagt Fürsten dankbar für die gelungene Überraschung des unbekannten Uslarers.

„Acht Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen treffen sich von nun an einmal im Monat an einem Samstag ab 13 Uhr und einmal im Monat an einem Mittwoch ab 16.30 Uhr in Uslar“, fasst Anke Fürsten zusammen. Weitere Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen. „Da wir auch Ausflüge planen, ist eine vorherige Anmeldung der sicherste Weg“, betont Fürsten. Die regelmäßigen Gruppentreffen sind gerade für Heranwachsende mit einer Behinderung von großer Bedeutung, um sich unter Gleichgesinnten auszutauschen und neue Erfahrungen zu sammeln. „Gerade im ländlichen Raum ist es für Familien mit Angehörigen mit Behinderung nicht so leicht, sich mit anderen Menschen in einer vergleichbaren Situation auszutauschen, weil die Wege auf dem Land weiter sind. Zudem schafft das Gruppenangebot zugleich für die Angehörigen Entlastung, weil sie ihre Familienmitglieder für einige Stunden gut aufgehoben wissen und in dieser Zeit auch einmal für sich selbst etwas einplanen können“, ergänzt Anke Fürsten weiter. „Wir haben ein buntes Programm miteinander geplant und passen die Aktivitäten des Gruppentreffs in Uslar an die Wünsche unserer Teilnehmenden an“, so Fürsten. Das Repertoire reiche von gemeinsamem Eis essen, Kochnachmittagen, Spaziergängen, Ausflügen, bis hin zu Turn- und Sportaktionen. Die Gruppe trifft sich in den Räumen der Freikirche Uslar. „Vielen Dank an die Kirchengemeinde, die uns die rollstuhlgerechten Räume zur Verfügung stellt“, freut sich Fürsten.

Bei den jungen Teilnehmenden indes kamen die ersten Treffen in Uslar gut an. „Ich finde es gut, zu Hause einfach mal raus zu kommen“, so Michel (24) aus Hardegsen. Und Celina (21) aus Bishausen sagte, dass sie zu dem Gruppentreff käme, um auch mal etwas zu erleben. Um seinen Freund Till wiederzusehen, nimmt Christoph (24) aus Bodenfelde an den Treffen teil. Till (20) aus Schönhagen ist schon auf den Sport-Termin beim nächsten Mal gespannt. „Ich komme zu dem Treffen, um unsere Betreuerin Anke wieder einmal zu treffen“, sagt Niklas (24) aus Volpriehausen. Betreuungskraft Andrea Bajohr, die hauptberuflich als Kinderpflegerin tätig ist, engagiert sich ehrenamtlich für den Gruppentreff und sagt zu ihren Beweggründen: „Gerade Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung gibt es viel zu wenige.“ Die Betreuungskraft Cecilia Sebastiany Becker aus Volpriehausen mochte es schon immer, mit Menschen zusammen zu sein. „Ich kann mir eine berufliche Zukunft im sozialen Bereich sehr gut vorstellen, so dass mir die neuen Erfahrungen in der Gruppenbetreuung helfen.“

Ähnliche Angebote bietet das Rote Kreuz bereits seit Jahren in Einbeck an. „Ich freue mich, dass wir dieses Angebot nun auch in Uslar etablieren. Dies stärkt gleichermaßen die Situation der Menschen mit Behinderungen und ihrer Familien als auch den Standort und die Region rund um Uslar und den Solling. Als DRK liegt unsere Stärke in der Angebotsvielfalt vor Ort, mit unseren haupt- und ehrenamtlichen Strukturen sind wir lokal auch in Uslar bereits gut aufgestellt. Dies können wir mit dem Gruppenangebot zur Entlastung von Familien mit Menschen mit Behinderung ausbauen“, ergänzt Petra Reußner, Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim. 

Der nächste Mittwochs-Termin in Uslar findet am 13. Oktober ab 16.30 Uhr und der nächste Samstag-Termin am 3. November ab 13 Uhr statt. Neue Gruppenmitglieder sind herzlich willkommen!

Allen Interessierten steht Anke Fürsten, Leitung für den FeD beim DRK, für Anmeldungen oder bei Fragen unter Tel.: 05561/ 31940-21, E-Mail: a.fuersten@drk-goe-nom.de jederzeit gern zur Verfügung.

Hintergrundinfo über den Familienentlastenden Dienst (FeD)

Der FeD will Familien entlasten, die ein Kind, einen Jugendlichen oder einen Erwachsenen mit Behinderungen betreuen. Der Dienst übernimmt zeitweise die Betreuung des Familienmitglieds mit Behinderungen. FeD genannt, hat die Aufgabe, Familien Erholung und Freiräume zu verschaffen, in denen ein Kind, Jugendlicher oder Erwachsener mit Behinderungen lebt. Ziel ist, dass auch pflegende und betreuende Angehörige am gesellschaftlichen oder kulturellen Leben teilnehmen können. Das soll die Kräfte erhalten bzw. wiederherstellen, die für die Pflege und Betreuung des Menschen mit Behinderungen notwendig sind. Auch dem Menschen mit Behinderungen soll dadurch mehr Autonomie und Selbstständigkeit außerhalb des Elternhauses ermöglicht werden.




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