· Pressemitteilung

Erste-Hilfe-Training für Hochseesegler: Lebenswichtige Kompetenzen für Notfälle fernab jeder medizinischen Hilfe

Zwei Personen, einer davon Markus Schiffer, stehen vor einer projizierten Präsentationsfolie mit dem Titel „Offshore-Erste-Hilfe-Kurs“. Auf dem Bildschirm ist ein Rettungsring über einem Meeresmotiv zu sehen. Der Raum ist mit Schulungsinventar wie Beamer, Tisch und medizinischen Übungsmaterialien ausgestattet.
Eine Gruppe von Kursteilnehmenden sitzt in einem Schulungsraum in einem großen Stuhlkreis. Vorne steht eine Person neben einem Tisch mit Laptop und hält eine theoretische Unterrichtseinheit ab. Auf einem Seitentisch liegen verschiedene medizinische Übungsmaterialien bereit.
Teilnehmende eines Erste-Hilfe-Kurses üben die Versorgung einer lebensechten Reanimationspuppe. Zwei Personen knien auf dem Boden und prüfen Atemwege sowie Brustkorb, daneben steht ein automatisierter externer Defibrillator (AED) bereit. Im Hintergrund ist eine Präsentationsfolie mit Übungsstationen zu sehen.

Ein medizinischer Notfall auf hoher See – ohne schnellen Zugang zu professioneller Hilfe. Was für viele unvorstellbar klingt, ist für Seglerinnen und Segler auf langen Törns eine reale Gefahr. Um für solche Situationen bestmöglich vorbereitet zu sein, nahmen 12 Mitglieder des Südniedersächsischen Hochseesegler e. V. am vergangenen Wochenende an einem speziell ausgerichteten Erste-Hilfe-Lehrgang des DRK-Kreisverbands Göttingen-Northeim e. V. teil.

Unsere Ausbilder*innen Tessa Lehmann, Thomas Mertens und Markus Schiffer vermittelten in diesem praxisorientierten Kurs fundiertes medizinisches Wissen für die Erste Hilfe und trainierten realitätsnahe Szenarien, wie sie an Bord auftreten können.

Auf See sind Unfälle und Erkrankungen besonders herausfordernd: Stürze bei starkem Seegang, Unterkühlungen, Verbrennungen oder Knochenbrüche gehören zu den typischen Risiken. Ebenso wurde die Wiederbelebung in Extremsituationen intensiv geübt – eine Kompetenz, die im Ernstfall überlebenswichtig ist.
Großen Raum nahmen Übungen ein, die den Ernstfall möglichst realitätsnah abbildeten. Die Teilnehmenden trainierten Teamarbeit, klare Kommunikation sowie improvisiertes Arbeiten mit den begrenzten Mitteln, die an Bord zur Verfügung stehen.

Wenn Hilfe erst nach Stunden oder Tagen eintrifft: Ein zentraler Schwerpunkt des Kurses lag auf der Versorgung von Patienten über längere Zeiträume – ein Szenario, das auf hoher See häufig vorkommen kann. Wie stabilisiert man Verletzte, wenn der nächste Hafen weit entfernt ist? Wie priorisiert man Maßnahmen, wenn mehrere Personen gleichzeitig betroffen sind?
Solche Fragen wurden ausführlich behandelt und praktisch durchgespielt.

Die Teilnehmenden des Seglervereins zeigten großes Engagement und betonten am Ende der Schulung, wie wichtig es sei, auf solchen Ernstfall vorbereitet zu sein: „Auf See gibt es keinen Notarzt, der innerhalb weniger Minuten eintrifft. Jede Entscheidung zählt.“

Wir als DRK-Kreisverband freuen uns über das Vertrauen des Vereins und darüber, als professioneller Partner für Erste-Hilfe so einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit auf See leisten zu können. Denn Erste Hilfe endet nicht an Land – sie ist überall dort notwendig, wo Menschen unterwegs sind.