Die Fahrräder sollen künftig bei Sanitätsdiensten auf Großveranstaltungen und im Katastrophenschutz eingesetzt werden und ermöglichen den Einsatzkräften, Patient*innen auch auf großen Veranstaltungsflächen oder in schwer zugänglichem Gelände schnell zu erreichen und zu versorgen. Die Idee entstand direkt aus der Praxis: Bei Sanitätsdiensten wie dem Göttinger Halbmarathon nutzten ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte private Fahrräder, um entlang der Strecke flexibel Hilfe leisten zu können. Daraus entwickelte sich der Wunsch, eine professionelle Fahrradstaffel aufzubauen.
Gemeinsam für eine neue Form der Hilfe
Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung zahlreicher Partner. Die DRK-Ortsvereine Nörten-Hardenberg e. V. und Gaußturm e. V. beteiligten sich mit jeweils 500 Euro, der DRK-Ortsverein Landwehrhagen mit 1.000 Euro. Auch die Göttinger Firma Arineo GmbH unterstützte die Gründung der Fahrradstaffel mit einer Spende über 500 Euro. Einen entscheidenden Beitrag leistete zudem die Firma Bike2Future GmbH aus Uslar, die dem DRK-Kreisverband die zwei E-Bikes kostenfrei zur Verfügung stellt. Die beiden Räder können künftig von allen Bereitschaften des DRK-Kreisverbandes für Einsätze und Sanitätsdienste verwendet werden.
„Wir möchten als DRK-Kreisverband zunächst Danke sagen an alle Geber“, betonte DRK-Kreisgeschäftsführerin Petra Reußner. Besonders hob sie die Zusammenarbeit mit Bike2Future hervor: „Dieses Projekt ist ein wunderbares, nachhaltiges und zukunftsträchtiges Kooperationsmodell.“ Die Fahrradstaffel biete die Möglichkeit, neue Einsatzformen zu erproben und konsequent weiterzuentwickeln: „Es ist ein vielversprechender Anfang.“
Mission: Unterstützung für das Ehrenamt
Die Kooperation mit der Bike2Future GmbH geht über die Bereitstellung der Fahrräder hinaus. Ehrenamtlich Engagierte, Mitglieder und Mitarbeitende des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim erhalten künftig zehn Prozent Preisnachlass auf Fahrräder und E-Bikes. Gleichzeitig fließen bei Käufen und Leasingverträgen Spenden in die ehrenamtliche Arbeit des DRK-Kreisverbandes.
Auch die unterstützenden Unternehmen sehen großes Potenzial in dem Projekt. „Eigentlich bräuchten wir davon doch eher noch fünf“, bemerkte Ralf Mackowiak von der Arineo GmbH bei der Übergabe schmunzelnd. „Vielleicht macht diese Spendeninitiative ja Schule.“ Für Stefan Trauth von der Bike2Future GmbH, steht die Förderung des Ehrenamtes im Mittelpunkt: „Wir freuen uns sehr, das ist für uns ein sehr sinnvoller Einsatz. Nach zehn Jahren ehrenamtlichen Engagements bei der Freiwilligen Feuerwehr weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, die ehrenamtlichen Strukturen zu stärken.“
Wenn jede Minute zählt: Schnell vor Ort mit dem E-Bike
Torsten Dunemann, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim e. V. erläutert die Vorzüge der Fahrradstaffel für die Einsatzkräfte: „Bei Veranstaltungen, bei denen große Flächen abgesichert werden müssen, sind Fahrräder ein sehr nützliches Einsatzmittel“, erklärte er. Besonders die geländegängigen E-Bikes böten erhebliche Vorteile: „so kommen wir schnell zum Verletzten, auch in unwegsamem Gelände, und können uns um die Erstversorgung kümmern. Danach können wir überlegen, wie wir die Person, falls erforderlich, weitertransportieren.“ Die Fahrräder ergänzen damit die rettungsdienstliche Versorgung sinnvoll. Zum Einsatz kommen die E-Bikes künftig bei Großveranstaltungen wie bspw. dem Göttinger Halbmarathon oder dem Einbecker Bierstadtlauf.
Besonders erfreut zeigte er sich über die Entwicklung des Projekts: „Es freut uns, dass wir uns aus der anfänglichen Privatinitiative der Bereitschaft heraus mithilfe der Unterstützung nun weiter professionalisieren können.“
Bereit für die ersten Einsätze
Auch bei den Ehrenamtlichen ist die Freude über die neue Ausstattung groß. Die Göttinger Bereitschaftsleitung Michelle Jonson und Mika Wolfram nahmen die Fahrräder in Empfang und testeten sie direkt vor Ort. „Die Fahrräder sind bequem und praktisch für die schnelle Hilfe im Notfall und ich freue mich darauf, sie im Einsatz zu verwenden“, sagte Michelle Jonson. „Insbesondere bei schwer befahrbarem Gelände, wie beim 10. Göttinger Lichterlauf am 26. September am Göttinger Kiessee, sind die Räder eine wertvolle zusätzliche Ausstattung für uns und durch die elektrische Unterstützung reduziert sich die Belastung für die Einsatzkräfte.“
Ein starker Start mit Perspektive
Mit der neuen Fahrradstaffel setzt der DRK-Kreisverband auf eine moderne, nachhaltige und flexible Ergänzung seiner Einsatzmöglichkeiten - das Pilotprojekt soll zudem in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Der DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim e. V. bedankt sich herzlich bei der Bike2Future GmbH, der Arineo GmbH, den DRK-Ortsvereinen Gaußturm e. V., Nörten-Hardenberg e. V. und Landwehrhagen sowie allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Gründung der Fahrradstaffel ermöglicht haben. „Gemeinsam wurde damit ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Ehrenamtes und einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Mobilität im Bevölkerungsschutz geschaffen“, freut sich DRK–Kreisgeschäftsführerin Petra Reußner, nachdem sie selbst eine Proberunde auf dem DRK Hof gedreht hatte.
Foto 6: Erik Brandt





