Bereits im vergangenen Frühjahr erhielt die DRK-Kita frisch geschlüpfte Raupen vom Schulbiologiezentrum Kassel. Gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften gestalteten die Kinder kleine Lebensräume für die Tiere. In selbstgebastelten Boxen mit Luftlöchern und angefeuchteten Tüchern entstand ein warmes und feuchtes Mikroklima, das den natürlichen Bedingungen der Raupen nachempfunden war.
Schnell entwickelte sich die Pflege der Raupen zu einem festen Bestandteil des Kita-Alltags. Täglich wurden die Boxen gereinigt, die Tücher erneuert und frische Apfelbaumblätter als Nahrung bereitgestellt. Mit großer Aufmerksamkeit beobachteten die Kinder das Wachstum der Tiere und konnten mehrere Häutungen miterleben. Die abgestreiften Hüllen wurden gesammelt und mit Lupen untersucht, wodurch die Kinder die Entwicklungsschritte genau nachvollziehen konnten.
Im Verlauf der Wochen wuchsen die Raupen sichtbar und erreichten eine beachtliche Größe. Für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis, die Tiere vorsichtig auf die Hand zu nehmen. Dabei konnten sie beobachten, wie sich die Raupen zunehmend sicher festhielten und aktiv bewegten.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verpuppung. Innerhalb kurzer Zeit umhüllten sich die Raupen mit feinen Fäden und bildeten schützende Kokons. Auch diese Phase verfolgten die Kinder mit großer Aufmerksamkeit. Die Tiere zogen sich vollständig zurück, und gelegentlich war ein leises Rascheln aus dem Inneren wahrnehmbar.
Nach Abschluss dieser Entwicklungsphase wurden die Kokons an das Schulbiologiezentrum Kassel zurückgegeben. Im darauffolgenden Frühjahr kehrten sie als Falter zurück. Die Kinder konnten miterleben, wie die Nachtpfauenaugen schlüpften – zum Teil direkt in ihren Händen. Anschließend wurden die Falter in einem vorbereiteten Kasten untergebracht, in dem sie ihre Eier ablegten, bevor sie in die Natur entlassen wurden.
Die abgelegten Eier verblieben in der Kita, sodass der Kreislauf erneut begann. Inzwischen sind bereits neue Raupen geschlüpft, die wieder von den Kindern versorgt und beobachtet werden.
Das Projekt in der Kita Fuldablick ermöglicht den Kindern nicht nur anschauliche Naturerfahrungen, sondern stärkt zugleich ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Geduld und ihre Fähigkeit zur genauen Beobachtung. Auf diese Weise leistet es einen wertvollen Beitrag zur frühkindlichen Bildung und fördert das Verständnis für ökologische Zusammenhänge.


