Schulleiterin Daniela Breckerbohm betonte gegenüber den Jugendlichen mit einem Augenzwinkern: „Jetzt gibt es mal eine Pause vom Matheunterricht, hier lernt ihr die wirklich wichtigen Dinge“.
Wie einfach lebensrettendes Handeln ist, zeigten sieben ehrenamtliche Erste-Hilfe-Ausbilder*innen des DRK gemeinsam mit DRK-Bereichsleiter Erste Hilfe, Markus Schiffer. Anhand realistischer Notfallszenarien übten die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Schritte der Laienreanimation. Dabei stand insbesondere das bundesweite Motto der Aktionswoche im Mittelpunkt: „Prüfen – Rufen – Drücken“. Von Vorführung und begleiteter Übung bis hin zu einer inszenierten Erste-Hilfe Situation mit Absetzen eines Notrufs – die Jugendlichen konnten ganz praktisch erlernen, was im Notfall zählt.
Zur offiziellen Eröffnung um 9:30 Uhr begrüßte die Schule unter anderem die DRK-Kreisgeschäftsführerin Petra Reußner, den DRK-Kreisverbandsarzt Ralf Schiffner, die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst für Stadt und Landkreis Göttingen Dr. med. Hanna Haus, die Schuldezernentin Maria Karaus, den Göttinger Dezernenten für Finanzen, Ordnung, Feuerwehr und Digitales Christian Schmetz sowie den Leiter der Berufsfeuerwehr Göttingen Frank Dittrich.
Christian Schmetz sprach allen Beteiligten seinen Dank aus. Die Organisator*innen, die ehrenamtlichen Ausbilder*innen des DRK sowie die beteiligten Schulen leisteten einen wichtigen Beitrag dazu, lebensrettendes Wissen frühzeitig an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.
Jährlich sterben in Deutschland rund 50.000 Menschen infolge eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands. Alle fünf Minuten erleidet ein Mensch einen solchen Notfall und rund 70 Prozent aller Reanimationen finden im häuslichen Umfeld statt – oft sind es daher Angehörige, Freund*innen oder Nachbarn, die als erstes helfen können. „Der Rettungsdienst benötigt je nach Einsatzort im Durchschnitt acht bis fünfzehn Minuten bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle. Bereits nach drei bis fünf Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können jedoch Gehirnzellen dauerhaft geschädigt werden. Deshalb ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Ersthelfende so entscheidend“, erläuterte Dr. med. Hanna Haus.
Das Prinzip „Prüfen – Rufen – Drücken“ ist leicht zu erlernen: Zunächst wird geprüft, ob die Person auf Ansprechen und Wachrütteln reagiert und ob eine normale Atmung vorhanden ist. Anschließend wird der Notruf 112 abgesetzt oder veranlasst. Danach beginnt die Herzdruckmassage und wird konsequent fortgeführt, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wie wirkungsvoll das praktische Training ist, zeigte sich direkt vor Ort. Schülerin Liliana meisterte gemeinsam mit zwei Mitschülern erfolgreich eine vom DRK-Team inszenierte Notfallsituation. „Es ist wirklich total einfach, das kriegt jeder mit ein bisschen Übung hin“, resümierte Liliana. „Ich finde es wichtig, weil man damit Menschen im Notfall helfen kann und auch selber sicher sein kann, dass Andere wissen was zu tun ist.“
Die bundesweite Woche der Wiederbelebung wird in Stadt und Landkreis Göttingen seit vielen Jahren vom DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim e. V. gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Göttingen durchgeführt. In diesem Jahr liegt der Fokus besonders auf Schulen im Stadtgebiet Göttingen. Nach dem Auftakt an der Bonifatiusschule II folgen weitere Schulungen am Felix-Klein-Gymnasium und an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule am Mittwoch und Donnerstag – pro Tag können 180-250 Kinder und Jugendliche geschult werden.
Für das Deutsche Rote Kreuz steht dabei eine einfache Botschaft im Mittelpunkt: Leben retten kann jede*r lernen. Oft genügen wenige Handgriffe, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken und einem Menschen die Chance auf ein Weiterleben zu ermöglichen: „Was viele nicht wissen: Bereits Kinder ab sechs Jahren können im Notfall wirksam helfen“, sagte Markus Schiffer. „Deshalb möchten wir das Wissen früh in die Schulen bringen und zeigen, dass Hilfe leisten weder kompliziert noch beängstigend sein muss – dafür freuen wir uns sehr über die Kooperation.“ So soll die Woche der Wiederbelebung dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und junge Menschen zu ermutigen, im Notfall schnell und entschlossen Hilfe zu leisten.
An die Aktion soll an der Bonifatiusschule künftig nachhaltig angeknüpft werden: Geplant ist die Einführung eines Schulsanitätsdienstes, um Erste-Hilfe-Wissen dauerhaft im Schulalltag zu verankern.







