· Pressemitteilung

Tag des Notrufs: Dank an alle Rettungskräfte und Forderungen zu Reform der Notfallversorgung

Vor dem modernen, mehrstöckigen Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes in Göttingen stehen zwei Einsatzfahrzeuge. Links befindet sich ein großer Intensivtransportwagen (ITW) mit rot‑weißer Beschriftung „ITW Südniedersachsen“. Rechts daneben steht ein Rettungswagen des DRK in gleicher Farbgebung. Beide Fahrzeuge sind frontal sichtbar und stehen auf einem asphaltierten Vorplatz. Am Gebäude im Hintergrund ist das rote DRK‑Logo sowie die Beschriftung „Deutsches Rotes Kreuz“ erkennbar. Der Himmel ist bedeckt, und die Szene wirkt ruhig und geordnet.

Das DRK Niedersachsen fordert anlässlich des Tag des Notruf am 11.2. bei der Reform der Notfallversorgung klare Strukturen und eine verlässliche Finanzierung.

Wenn Menschen die 112 wählen, erwarten sie eines: schnelle und verlässliche Hilfe – jederzeit. Unsere Einsatzkräfte im DRK-Rettungsdienst leisten das täglich mit großem Engagement und hoher Professionalität.

Doch: Der Rettungsdienst arbeitet seit Jahren an der Belastungsgrenze. Zum Tag des Notrufs macht der DRK-Landesverband Niedersachsen deutlich, dass die geplante Reform der Bundesregierung dringend nötig ist, aber mit Augenmaß umgesetzt werden muss.

Was uns Sorgen bereitet:
- Steigende Einsatzzahlen, oftmals auch bei nicht dringlichen Anliegen
- Fehlendes Wissen zu alternativen medizinischen Anlaufstellen in der Bevölkerung
- Fehlende Steuerung: Rettungswagen werden für Bagatellfälle gebunden und fehlen bei dringenden Notfällen
- Wachsende Aufgaben – z. B. bei Extremwetter, Stromausfällen, Großschadenslagen
- Infragestellung bewährter Rahmenbedingungen wie der Bereichsausnahme durch die Reform
- Fehlende Planungssicherheit bei der Finanzierung der Vorhaltung

Was wir fordern:
- Klare Zuständigkeiten & wirksame Steuerungsstrukturen
- Eine verlässliche Finanzierung, die Realität statt Betriebswirtschaft abbildet
- Rettungsdienst bleibt Ländersache – ohne Kompromisse
- Erhalt der starken Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt
- Ausbau digitaler & telemedizinischer Lösungen
- Mehr Aufklärung der Bevölkerung über die richtigen Anlaufstellen für medizinische Anliegen

„Eine Reform der Notfallversorgung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Rettungsdienst nicht isoliert betrachtet, sondern ihn als Teil eines Gesamtsystems versteht. Sie darf die Situation nicht verschärfen, sondern muss für Entlastung und klare Zuständigkeiten sorgen“, betont Dr. Ralf Selbach, Vorstandsvorsitzender des DRK-Landesverbands Niedersachsen.

Heute, am Tag des Notrufs, danken wir allen, die im Rettungsdienst, in Leitstellen und im Ehrenamt jeden Tag für andere da sind!