Wenn Menschen die 112 wählen, erwarten sie eines: schnelle und verlässliche Hilfe – jederzeit. Unsere Einsatzkräfte im DRK-Rettungsdienst leisten das täglich mit großem Engagement und hoher Professionalität.
Doch: Der Rettungsdienst arbeitet seit Jahren an der Belastungsgrenze. Zum Tag des Notrufs macht der DRK-Landesverband Niedersachsen deutlich, dass die geplante Reform der Bundesregierung dringend nötig ist, aber mit Augenmaß umgesetzt werden muss.
Was uns Sorgen bereitet:
- Steigende Einsatzzahlen, oftmals auch bei nicht dringlichen Anliegen
- Fehlendes Wissen zu alternativen medizinischen Anlaufstellen in der Bevölkerung
- Fehlende Steuerung: Rettungswagen werden für Bagatellfälle gebunden und fehlen bei dringenden Notfällen
- Wachsende Aufgaben – z. B. bei Extremwetter, Stromausfällen, Großschadenslagen
- Infragestellung bewährter Rahmenbedingungen wie der Bereichsausnahme durch die Reform
- Fehlende Planungssicherheit bei der Finanzierung der Vorhaltung
Was wir fordern:
- Klare Zuständigkeiten & wirksame Steuerungsstrukturen
- Eine verlässliche Finanzierung, die Realität statt Betriebswirtschaft abbildet
- Rettungsdienst bleibt Ländersache – ohne Kompromisse
- Erhalt der starken Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt
- Ausbau digitaler & telemedizinischer Lösungen
- Mehr Aufklärung der Bevölkerung über die richtigen Anlaufstellen für medizinische Anliegen
„Eine Reform der Notfallversorgung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Rettungsdienst nicht isoliert betrachtet, sondern ihn als Teil eines Gesamtsystems versteht. Sie darf die Situation nicht verschärfen, sondern muss für Entlastung und klare Zuständigkeiten sorgen“, betont Dr. Ralf Selbach, Vorstandsvorsitzender des DRK-Landesverbands Niedersachsen.
Heute, am Tag des Notrufs, danken wir allen, die im Rettungsdienst, in Leitstellen und im Ehrenamt jeden Tag für andere da sind!
